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Maissortenwahl für die Biogasnutzung

 
Das Eine tun, ohne das Andere zu lassen:
Maissortenwahl für die Biogasnutzung 
    

Haben Sie schon einmal einen Biogasanlagenbetreiber gefragt, welche Anforderungen er an eine Maissorte als Substrat für die Biogasgewinnung stellt? Die Antwort lautete mit hoher Wahrscheinlichkeit: „Ganz klar, ich will möglichst viel Trockenmasse vom Hektar“. Diese Forderung bekommt vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Agrarrohstoff-Hausse noch mehr Bedeutung. Des Weiteren ist landwirtschaftlich nutzbare Fläche weltweit und in Deutschland besonders in den veredlungsintensiven Regionen, in denen sich zudem die Biogasbranche besonders stark etabliert hat, ein zunehmend knapper und deshalb teurer Produktionsfaktor. In der Folge werden hier Pachtpreise gezahlt, welche die Tausend-Euro-Grenze für einen Hektar regelmäßig überschreiten – und das selbst auf Standorten mit mäßigem Ertragsniveau. Da hat der Wunsch, auf jedem Hektar möglichst viel Methan zu produzieren, seine volle Berechtigung.
 
Diese Forderung allein greift jedoch zu kurz – denn hohe GTM-Erträge lassen sich auch mit „grünen Riesen“ mit relativ hohen Reifezahlen erreichen, die allerdings bei der Ernte im Herbst regelmäßig deutlich unter 30 % TM „hängen bleiben“. Sickersaftbildung folgt auf dem Fuße und führt zu der Erkenntnis, dass eine vernünftige Abreife mindestens denselben Stellenwert haben sollte wie ein hohes Ertragsniveau.
   
Angestrebte TM-Gehalte von 32 - 35 % lassen sich in gesunden Beständen allerdings nur über gute Kolben- bzw. Kornanteile erreichen. Bei solchen TM-Gehalten der Silage weist nämlich die Restpflanze allein (ohne Kolben) nur etwa 22 - 24 % TM auf. Erst das Vorhandensein des Kolbens, der zum selben Termin schon gute 50 % TM enthält, bringt das Siliergut auf die angestrebten 32 - 35 % TM. Im Umkehrschluss findet sich in einer Silage mit niedrigem TM-Gehalt aufgrund der unzureichend ausgereiften Körner in der Regel nur wenig Stärke. In einem gesunden Maisbestand besteht folglich eine enge Beziehung zwischen TM- und Stärkegehalt.
   
Betrachtet man die Anbauflächen der nach wie vor deutschlandweit nicht nur als Biogassubstrat voll etablierten qualitätsbetonten Sorte PR39F58, drängt sich die Vermutung auf, dass Maiskörner im Fermenter weitere positive Effekte mit sich bringen, die der Anlagenbetreiber honoriert. So ist mittlerweile erwiesen, dass zerkleinerte „Maiskolbenprodukte“ und damit die Stärke eine signifikant höhere Gasausbeute erbringen als die gehäckselte Restpflanze allein. Das ist nicht weiter überraschend, enthält doch die Restpflanze im Gegensatz zu den nahezu gänzlich abbaubaren Körnern in geringen Mengen immer auch stark lignifizierte Bestandteile, die für die Fermenterbakterien nicht nutzbar sind. Diese verholzten Partikel verlassen den Fermenter sogar nach mehr als 100 Tagen Verweildauer nahezu „unverdaut“. Übrigens lässt sich aus dieser Fraktion erwiesenermaßen mithilfe des Enzyms Ferulatesterase, welches beim Einsatz des Siliermittels PIONEER® 11CH4 zur Wirkung kommt, in signifikanten Größenordnungen zusätzliches Methan gewinnen. Die Kolbenprodukte CCM und LKS hingegen erntet man wegen ihrer hohen Transportwürdigkeit, die aus ihrem hohen TM-Gehalt bei gleichzeitig hohem spezifischem Gewicht resultiert,  gern auf hoffernen Flächen und verwendet sie zur Aufwertung der Ration.
 
Zusätzlich interessant wird die Pioneer® Hybride PR39F58 durch ihr ausgeprägtes Stay Green-Verhalten. Dabei verbleibt die Restpflanze gegen Ende der Abreife bei akzeptablen TM-Gehalten über mehrere Wochen stabil in einem gut silierfähigen Zustand und eröffnet dem Anlagenbetreiber ein großes Zeitfenster für die Planung seiner Häckselkampagne.
 
Die positiven Eigenschaften von PR39F58 (S260) werden mit der Hybride P9027 (S260) in vollem Umfang auf die neue Pioneer Sortengeneration übertragen. Sind standortbedingt  bei ansonsten ähnlichem Anforderungsprofil andere Reifezahlen geboten, ist im früheren Bereich die bewährte Sorte P8000 (S230) die Empfehlung.
   
Auf den Punkt gebracht: Hohe GTM-Erträge sind keinesfalls von Nachteil. Sie erreicht man durch den Anbau von standortangepassten Sorten, die aufgrund ihres Abreifeverhaltens das gesamte, dem Mais regional zur Verfügung stehende Vegetationsfenster zur Assimilation von Biomasse nutzen und außerdem im Mittel der Jahre TM-Gehalte von 32 - 35 % mit entsprechend hohen Stärkegehalten sicher erreichen.
 
Diese Sorteneigenschaften tragen zur Minimierung des gesamten Handlingsaufwands vom Häckseln über Transport, Lagerung, Fütterung bis zur Gärrestausbringung bei, führen zu deutlichen Kosteneinsparungen und steigern damit die ökonomische Effizienz jeder Biogasanlage.  

   
Last Modified:4. Februar 2016
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