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Die Häcksellänge von Maissilage

 

Hintergrund

Die „richtige“ Häcksellänge für Silomais wird häufig kontrovers diskutiert: Für kurzes Häckseln mit 6 – 9 mm theoretischer Häcksellänge (THL) sprechen höhere Lagerstabilität (weniger Nacherwärmung) durch bessere Verdichtbarkeit und vermutete höhere Futteraufnahmen bzw. Biogasausbeuten.

Für eine lange THL über 15 mm spricht insbesondere die vermutete verbesserte Pansengesundheit durch intensiveres Wiederkäuen mit mehr Speichelbildung.

 

 Silagequalität und Lagerstabilität

Unbestritten ist die vereinfachte Verdichtbarkeit von kurz gehäckseltem Erntegut, die sich immer wieder in Versuchen bestätigt. Beispielsweise in einem Versuch an der LWK NRW, wo die mit 5 mm THL geerntete Maissilage um bis zu 25 % besser zu verdichten war, als die auf 21 mm THL gehäckselte. Aufgrund des deutlichen Einflusses der Verdichtung auf die aerobe Stabilität, kann dieser Nachteil deutliche Auswirkungen haben: bei einer Nacherwärmung von nur 15 °C kommt es zu täglichen TM-Verlusten von über 2 %. Deshalb ist bei längerer THL besonders auf ausreichende Verdichtung zu achten.

 

 Futteraufnahme und Tiergesundheit

Die Häcksellänge nimmt direkten Einfluss auf die Wiederkauaktivität und damit indirekt auf Futteraufnahme und Tiergesundheit. Zahlreiche Untersuchungen wurden hierzu durchgeführt, viele in den USA. Die Ergebnisse sind vielfältig, wobei kürzere THL tendenziell häufig mit besseren Futteraufnahmen und Milchleistungen verbunden sind. So zum Beispiel auch in zwei Versuchen in Deutschland (Universität Hohenheim und LWK SH).

Andererseits zeigten andere Versuche (z.B. LWK NRW, 2006), eine verbesserte Tiergesundheit bei längerer THL. Eine naheliegende Erklärung für solch widersprüchliche Ergebnisse könnte in der Strukturversorgung der Kühe liegen: bei marginaler Strukturversorgung kann eine längere THL Vorteile für die Tiergesundheit bringen. Bei ausreichender Strukturversorgung (z.B. aus Grassilage) hingegen wirkt zu langes Häckseln begrenzend für die Futteraufnahme.

 

Empfehlung für die Praxis 

In Situationen, wo eine ausreichende Strukturversorgung durch strukturliefernde Rationskomponenten (Maissilage, Grassilage, Heu) realisiert werden kann, besteht die Gefahr, dass eine zu große THL die Futteraufnahme und Leistung reduziert. Daher sind hier kurze Häcksellängen im Bereich 6 – 9 mm zu empfehlen, zumal das Nacherwärmungsrisiko der Maissilage dadurch ebenfalls verringert wird.

Bei Rationen mit marginaler Strukturversorgung kann eine größere THL (> 15 mm) vorteilhaft sein, damit die Rationen wiederkäuergerecht bleiben/werden. Diese Empfehlung gilt vor allem für Rationen mit hohen Maisanteilen und/oder wo andere strukturliefernde Rationskomponenten (Grassilage, Heu) nicht vorhanden, oder nicht gewünscht sind (z.B. Stroh). Solche Rationen sind mit Bedacht zusammen zu stellen, da sogar in einzelnen amerikanischen Fütterungsversuchen mit Hochleistungskühen (> 40 kg/Tag Milch) und sehr maislastigen Rationen (70 – 100% Mais im Grobfutter) eine längere THL zu niedrigeren Futteraufnahmen geführt hat.

Bei langer THL ist bei der Silageherstellung unbedingt auf hervorragende Verdichtung zu achten, um Nacherwärmungsprobleme zu vermeiden.

  
  
Last Modified:4. Februar 2016
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