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Schimmelpilze in Silagen

 

Wie entstehen Schimmelschichten und -nester in Silagen? 

Nicht nur pathogene Pilze wie Fusarium können Futterpflanzen befallen, sondern auch andere Schimmelpilze können im Feld die Pflanzen besiedeln. Ihre Sporen werden über das Erntegut in das Silo eingetragen.

 
 
     
 

Je nach den Umweltbedingugen kann sich eine unterschiedlich hohe Anzahl an Sporen (von 500 bis über 1.000.000 Sporen/g FM) auf dem Erntegut befinden. Über einen ausreichenden Luftabschluss des Silos (Verdichtung, Abdeckung, Vorschub) kann jedoch das Risiko einer Schimmelpilzbildung im Silo reduziert werden.

Im Silo entwickeln sich die Schimmelpilze am deutlichsten in den Partien der Silage, in denen sie gute Bedingungen vorfinden. Das kann beispielsweise eine Schicht ca. 50 cm unter der Folie sein: hier ist durch die Eigenisolation des Silos nur noch eine geringe Wärmeabgabe an die Umgebung vorhanden, so dass gute Wachstumstemperaturen vorliegen. Außerdem ist diese Schicht nicht so gut verdichtet, wie die darunter liegenden, d. h. hier ist ein höherer Sauerstoffeintrag möglich.

 

Welches sind die häufigsten Schimmelpilze in Silagen? 
 
Tritt in Silagen ein blau-grau-weißer Schimmel auf, so handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Schimmelpilz der Gattung Penicillium.

In Silagen ist Penicillium roqueforti am weitesten verbreitet. Er hat sich sehr gut an die unterschiedlichsten Silierbedingungen angepasst, d. h. er kann bei unterschiedlichsten pH-Werten, Temperaturen und Trockenmassen wachsen.

  In Maissilagen fällt der Schimmelpilz Monascus ruber durch seine deutliche Rotfärbung auf, in Grassilagen ist dieser Schimmel reinweiß. Monascus ruber tritt auch häufig in Silagen auf, allerdings hat er einen etwas höheren Sauerstoffbedarf als Penicillium roqueforti, d.h. hier können eventuell siliertechnische Mängel (Verdichtung, Vorschub, Abdeckung) vorliegen.
 
  
  
 
Die mögliche Bildung von Pilzgiften 

Schimmelpilze setzten in Silage Zucker zu Essigsäure und Kohlendioxid um. Unter bestimmten "Stressbedingungen" können einige Schimmelpilze aber auch weitere Substanzen, sogenannte Mykotoxine (=Pilzgifte), bilden.

Tritt Penicillium roqueforti in Silagen auf, kann möglicherweise mit Mykotoxinen gerechnet werden, wobei am häufigsten

  • Roquefortin C (Aussagen über die Toxizität sind umstritten; durch die antibiotische Wirkung kann der Pansen-pH abgesenkt werden)
  • Mykophenolsäure (relativ geringe akute Toxizität, negative Wirkung auf Immunsystem) auftreten

 
Auch bei dem Auftreten von Monascus ruber können Mykotoxine gebildet werden:

  • Monacolin K (Aussagen über die Toxizität sind umstritten; Anwendung in der Humanmedizin zur Senkung des Cholesterinspiegels, setzt evtl. die Verdaulichkeit der Rohfaser herab)
  • Mykophenolsäure (relativ geringe akute Toxizität, negative Wirkung auf Immunsystem)

     

Fütterung verpilzter Silagen 
Generell sollte eine verpilzte Silage energetisch niedriger bewertet werden. Treten mykotoxinbildende Schimmelpilze in der Silage auf, sollten stark verschimmelte Partien aussortiert und nicht verfüttert werden.

Bei Verfütterung der Silage sollte verstärkt auf die Tiergesundheit geachtet werden. Schweine (CCM) sind deutlich anfälliger als Wiederkäuer, hochleistende Tiere sind besonders anfällig. Falls möglich, sollten verschimmelte Silagen mit qualitativ hochwertiger Silage gemischt und verfüttert werden.

Zusätzlich sollte auf eine erhöhte Stallhygiene geachtet werden, da durch die Mykotoxine auch das Immunsystem der Tiere geschwächt wird.

 

Vorbeugende Maßnahmen 
Vor der Silierung sollte das Silo gründlich gereinigt werden, evtl. die Silowände zusätzlich mit Propionsäure behandeln.

Während der Silierung auf luftdichte Lagerung (Verdichtung, Abdeckung) achten. Die Silogröße sollte so wählt werden, dass ein ausreichender Vorschub gewährleistet ist. Zusätzlich kann durch den Einsatz von SILA-BAC® Stabilizer das Wachstum der Schimmel gehemmt werden.

 

Last Modified:4. Februar 2016
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