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Beulenbrand, sieht schlimmer aus, als er wirklich ist

  

Frage eines Landwirts: Ich hatte in diesem Jahr auf einer Fläche erheblichen Beulenbrandbefall (jede 3. Pflanze war befallen). Auf der selben Fläche war auch im vorigen Jahr Mais, allerdings ohne Beulenbrandbefall. Kann ich den Beulenbrandbefall durch eine weitere Fruchtfolge vermeiden und welche Auswirkungen hat der Befall auf die Fütterung von Milchkühen?
    

Antwort: Die Sporen des Maisbeulenbrandpilzes (ustilago maydis) werden durch Wind verbreitet. Sie sind überall in der Luft vorhanden und können daher auch Flächen befallen, die erstmalig mit Mais bestellt wurden. Durch eine weitere Fruchtfolge kann der Ausbreitung dieses Pilzes daher nur wenig begegnet werden. Die flächenhafte Infektion mit Maisbeulenbrand wird vor allem durch die Witterung begünstigt. Trockenstress begünstigt den Befall. In wüchsigen Perioden, wenn sich die Pflanzenzellen sehr schnell teilen (=schnelles Wachstum) kann die Außenhaut der Pflanze aufreißen und die Pilzsporen eindringen. An diesen Stellen bildet sich die bekannte weißgraue, mit schwarzen Sporen gefüllte, Pilzgalle.

Die Kolben werden vor allem dann infiziert, wenn die Narbenfäden längere Zeit nicht befruchtet werden. Sobald Pollen in den Narbenfaden eingedrungen ist, beginnt dieser abzusterben und die Beulenbrandspore kann nicht infizieren. Mechanische Verletzungen der Pflanze (z. B. durch Hagel, künstl. Beregnung, Reihenhacke, starker Wind) können die Infektion begünstigen.

Es gibt einige Maissorten, die etwas stärker zur Bildung von Wachstumsrissen neigen und daher eher befallen werden können, aber auch diese Sorten bleiben beim Ausbleiben der befallsfördernden Faktoren beulenbrandfrei. In Gebieten, wo Beulenbrand häufiger vorkommt (z. B. Heidegebiete), lohnt es sich auf dieses Sortencharakteristikum zu achten. Ansonsten bestehen keine Möglichkeiten der Prävention.    

 

Fazit 

Ein starker Befall mit Beulenbrand hat in Versuchen ein ungünstigeres Gärverhalten gezeigt, weil der Zuckergehalt etwas erniedrigt und der Rohproteingehalt erhöht war. Es wurden jedoch keine gravierenden Auswirkungen auf die Silagequalität festgestellt. 

Der Energiegehalt  ist besonders bei Befall des Kolbens erniedrigt, weil  die energieliefernde Stärke je nach Grad des Befalls fehlt. Bei einem 100% Befall konnten Burgstaller u.a. 1977 einen um 18% reduzierten Nettoenergiegehalt feststellen. Die hygienische Qualität der Silage, die teilweise wegen der starken Verfärbung in Frage gestellt wird, scheint nach einer Einschätzung von Pahlow 1992 unbedenklich zu sein.  

 

Last Modified:4. Februar 2016
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