Stickstoff - Bilbiothek •  25.01.2021

Stickstoff-Input optimieren: Was, wo, wann und wie viel?

Im Frühjahr ausgebrachter Stickstoff kann schwierig zu beherrschen sein, ist aber genauso wichtig wie eine Stickstoffapplikation im Herbst. Der Erfolg einer solchen Stickstoffanwendung wird primär durch die Auswahl des richtigen Düngemittels, dem Einsatz eines Stickstoff-Stabilisators, der Ausbringmenge und des Zeitpunkts beeinflusst.

Bereits vor Beginn der Vegetatiosperiode sollten Landwirte ihr Nährstoffmanagement für die anstehende Saison evaluieren. Eine Optimierung der Stickstoffdüngung, hinsichtlich der Aufwandmenge, des Anwendungszeitpunkts und möglicher Stickstoffverluste, ist dabei stets zu realisieren, um den ökonomischen Erfolg zu maximieren.

Abbildung 1: Mais-Aussaat im Frühjahr.

Die hohe Zahl an Variablen, welche im Rahmen der Dünger-Applikation bestehen, haben einen starken Einfluss auf das Stickstoffmanagement des einzelnen Betriebs. Die Planung und Durchführung der Stickstoffausbringung im Frühjahr ist daher besonders herausfordernd. Viele Fragen hinsichtlich der einzusetzenden Mittel, des optimalen Zeitpunkts und der Aufwandmenge müssen beantwortet werden, um die maximale Wirkung der Düngung zu erreichen. Ebenso ist in diesem Zusammenhang abzuwägen, ob die Verwendung eines Stickstoff-Stabilisators zielführend und entsprechend im Plan zu berücksichtigen ist.

Gerne möchten wir Ihnen mit wichtigen Informationen („Best Practise“) zur Düngung im Frühjahr zur Seite stehen und Tipps für die Erstellung von intelligenten Managementplänen weitergeben. Nutzen Sie die folgenden Punkte, um die Stickstoffapplikation zu optimieren und die Maximierung der Erträge zu realisieren.

Was sollte verwendet werden?

Stickstoffdünger

Die Wahl des Stickstoffdüngers hängt von vier Faktoren ab: Bodentyp, Klima, verfügbare Ausrüstung und Budget. Für eine Frühjahrsanwendung bieten sich wasserfreier Ammoniak, Harnstoff und Harnstoffammoniumnitrat (AHL) als typische Stickstoffdüngerquellen an. Je nach Situation zeigen diese spezifischen Vorteile, welche in der vorherigen Planung zu berücksichtigen sind.

Die Anwendung von wasserfreiem Ammoniak, Harnstoff und AHL (28 %) ist im Frühjahr sehr gut möglich. Nach einer Anwendung von wasserfreiem Ammoniak sollten mehrere Tage abgewartet werden, bevor weitere Bodenbearbeitungen bzw. die Saat erfolgen.

Untersuchungen zeigen, dass wasserfreies Ammoniak häufig die kostengünstigste Stickstoffquelle ist und den höchsten Gewichtsprozentsatz an Stickstoff enthält. Harnstoff und AHL haben eine viel geringere Stickstoffkonzentration, sind jedoch einfach zu verwenden, zu transportieren und können leicht mit anderen Materialien gemischt werden. So wäre beispielsweise die Imprägnierung von Herbiziden mit Harnstoff eine Möglichkeit, um eine weitere Überfahrt im Frühjahr zu sparen.

Stickstoff - Stabilisator

Zusätzlich sollte über die Anwendung eines Stickstoff-Stabilisators nachgedacht werden. Das Management kann hierdurch effizienter gestaltet und die Erträge gesteigert werden.
Insbesondere im Frühjahr und Frühsommer besteht ein hohes Risiko für nennenswerte Stickstoffverluste. Daher sind vor allem in dieser Zeit Maßnahmen erforderlich, die das Vorhandensein des Stickstoffs zu kritischen Wachstumsphasen sicherstellen. Bis zu 30 % (Ausgasung) des Stickstoffverlusts treten oberirdisch auf und bis zu 70 % (Auswaschung, Denitrifikation) können unterirdisch verloren gehen. Die Wahl eines Stickstoff-Stabilisators wie N-Lock® ist der beste Weg, um den Schutz des Stickstoffs unabhängig vom Düngemitteltyp oder der Verlustform zu etablieren. Die Anwendung erhöht den ökonomischen Erfolg durch einen effizienten Stickstoffinput und höhere Erträge.

Wo ist Stickstoff erforderlich?

Die Vorbereitung einer optimalen Vegetationsperiode wird über die perfekte Abstimmung der Herbstapplikation und einer angepassten Stickstoffausbringung im Frühjahr erreicht. Um sicherstellen zu können, dass der Boden die erforderlichen Stickstoffgehalte aufweist, sind regelmäßige Bodenuntersuchungen zu empfehlen. Hierbei sollten mind. 10 Einstiche pro Hektar vor einer weiteren Düngung entnommen werden. Die Analyse der Bodenproben erfolgt durch entsprechende Labore und ermöglicht die flächenspezifische Anpassung der Folgedüngung.

Abbildung 2: Die hellen Stellen zeigen einen Stickstoffmangel.

Darüber hinaus ist die NMin-Ermittlung vor der Saat zu empfehlen. So kann die Menge des mineralisierbaren Stickstoffs (d.h. für die Pflanze verfügbaren Stickstoff) in der aktiven Wurzelzone gemessen werden. Weiter wird die Menge des vorhandenen Stickstoffs in Form von Nitrat festgestellt. Neben der Feststellung der optimalen Düngermenge, kann auch das Risiko potenzieller Auswaschungs- und Denitrifikationsverluste in feuchten Böden bewertet werden. Durch eine Anpassung des Düngemanagements können erhebliche Verluste unterbunden werden.
Der Test sollte vor allem dann durchgeführt werden, wenn im Vorjahr eine große Stickstoffmenge gedüngt wurde und der Ertrag geringer war als erwartet. Ist dies der Fall, so kann von einer hohen Menge Nitrat im Boden ausgegangen werden.

Wann ist ein geeigneter Zeitpunkt?

Vor der Saat? Vor der Blattbildung? Oder eine geteilte Anwendung? Der Zeitpunkt des im Frühjahr ausgebrachten Stickstoffs wird vom Wetter und dem Beginn des Pflanzenaufgangs beeinflusst. Die Düngergabe vor der Saat wird immer empfohlen, solange dadurch der Saattermin nicht nach hinten verschoben wird. Sollte das Wetter eine Gabe vor der Saat nicht zulassen, muss ein optimaler Zeitpunkt für die Stickstoffgabe evaluiert werden.

Abbildung 3: Einarbeitung des Düngers bei wenig Beanspruchung der Pflanzen.

Eine Applikation zur Blattbildung ist eine Option, welche unter der Berücksichtigung des richtigen Zeitpunkts und der ordnungsgemäßen Einarbeitung in den Boden erfolgen kann. Insbesondere muss darauf geachtet werden, dass der Einfluss der Stickstoffgabe auf die Kultur möglichst minimiert wird. Eine mechanische Beanspruchung der Pflanzen durch die entsprechende Nährstoffeinarbeitung sollte vermieden werden.

In vielen Fällen wirken sich geteilte Anwendungen, die vor der Saat und zur Blattbildung durchgeführt werden, effektiv auf den Ertrag aus. Durch Bodentests und geteilte Applikationsmethoden können die Stickstoffapplikationen hinsichtlich des Zeitpunkts und der Düngermenge optimiert werden, sodass ein maximaler Ernteerfolg erzielt wird.

Wie sollte eine Stickstoffanwendung erfolgen?

Die Frage der auszubringenden Stickstoffmenge ist eine weitere essentielle Frage im Rahmen der Frühjahrsdüngung. Das Abschätzen der richtigen Menge an Stickstoff ist eine heikle Wissenschaft. Zu viel Stickstoff kann teuer sein und negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Zu wenig Stickstoff kann zu Ertragsverlusten führen, insbesondere wenn er nicht vor Verlusten durch Verflüchtigung, Auswaschung oder Denitrifikation geschützt ist.
Es wird deutlich, dass eine Düngung im Frühjahr möglichst immer in Kombination mit einem Stickstoff-Stabilisator erfolgen sollte. Eine Frühjahrsanwendung kann nur dann erfolgreich sein, wenn die zugeführten Nährstoffe auch zum richtigen Zeitpunkt der Kultur zur Verfügung stehen und unnötige Verluste vermieden werden. Anders als eine Herbstdüngung erfordert die Frühjahrsgabe eine detaillierte Planung und bestenfalls eine Anwendung von Stabilisatoren.

 Fernández, F. G. (2016): „The Three Biggies: Urea, Anhydrous Ammonia, and UAN.“

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