Stickstoff - Bilbiothek •  25.01.2021

Stickstoffmangel vermeiden

Stickstoff ist ab dem Zeitpunkt seiner Ausbringung einem Verlustrisiko ausgesetzt. Daher kann ein falscher Umgang mit dem Dünger zu hohen Verlusten führen. Bis zu 30 % des Stickstoffs können dabei über der Bodenoberfläche und bis zu 70 % unter der Bodenoberfläche verloren gehen. Solche Verluste haben ernsthafte Effekte auf die Erntequalität und entsprechend auch auf die Wirtschaftlichkeit des Betriebs.

Die Bewertung der Stickstoffaufnahme durch die Maispflanze ist anhand visueller Tests über die Vegetation hinweg oder stichprobenartiger Bodentests durchzuführen. Insbesondere der Erfolg einer Stickstoffanwendung als auch der Einfluss des Frühlings- und Sommerwetters auf die Nährstoffaufnahme sollen durch regelmäßige Kontrollen beurteilt werden. Die dadurch gewonnen Informationen sind essentiell für Ernteprognosen und können eine wichtige Grundlage für weitere agronomische Entscheidungen (Anbau, Düngung) bilden.

Was passiert, wenn Mais nicht genug Stickstoff bekommt?

Ausgebrachter Stickstoff kann durch Auswaschung und Denitrifikation verloren gehen. Diese Verluste können, trotz ausreichender Düngung, zu einem Nährstoffmangel im Boden führen. Aufgrund dessen ist es den Pflanzen nicht möglich den eignen Stickstoffbedarf zu stillen. Als Reaktion beginnen die Pflanzen ihre eigenen Stickstoffressourcen zu nutzen und sowohl dem Stängel als auch den Blättern die Nährstoffe zu entziehen. Geschwächte Maisstängel, Stängelfäulen und ein deutlich verringerter Ertrag sind die Folge.

GUT ZU WISSEN

Denitrifikation:

Nitrosomonas Bakterien setzen stabiles Ammonium zu instabilem Nitrat um.
Bei hoher Bodenfeuchte (Übersättigung) nutzen die Bodenorganismen den Sauerstoff von dem verfügbaren Nitrat für ihren eigenen Stoffwechsel. Der verbleibende Stickstoff entschwindet dabei in die Atmosphäre (Lachgas). Stickstoff-Stabilisatoren hemmen die Denitrifikation, mindern die Treibhausgas-Emissionen bis zu 51 % und verbessern die Stickstoffspeicherung im Boden bis zu 28 %.


Auswaschung:

Nitrat wird durch Regen gelöst und in das Grundwasser gewaschen.
Stickstoff-Stabilisatoren mindern diese Verluste um 16 %.

Anzeichen eines Stickstoffmangels bei Mais

Das höchste Risiko für Stickstoffverluste besteht bei einer Applikation im Herbst und/oder vor der Saat, auf Flächen mit sandigen Böden und auf Feldern mit schlechter Drainage. Wenn Sie Ihre Flächen auf einen möglichen Stickstoffmangel kontrollieren, achten Sie auf folgende Punkte:

·       Vergilbung von Blättern (Gelbfärbung, die oben am Blatt beginnt und sich entlang der Mittelrippe fortsetzt)

·       Hellgrüne Blätter

·       Verkümmertes Wachstum oder spindelförmige Stiele

·       Kleine Kolben und die Körner an der Kolbenspitze füllen sich nicht (für Erntemais)

Abbildung 1: Vergilbung der Blätter.

Abbildung 2: Hellgrüne Blätter.

Wie sollte mit einem Stickstoffverlust umgegangen werden?

Finden Sie im Spätsommer einen Stickstoffmangel, ist dies enttäuschend und führt zu der Frage: Wie können weitere Verluste minimiert werden?

Sobald erste visuelle Anzeichen für einen Stickstoffmangel zu erkennen sind bzw. ein Stickstoffmangel im Boden festgestellt wird, ist meist ein Ertragsverlust zu erwarten. Eine weitere Düngeanwendung zu diesem Zeitpunkt hilft hauptsächlich jenen Maispflanzen, die das Zehnblattstadium (EC 13-19) noch nicht erreicht haben. Befinden sich die Pflanzen bereits in der Schossphase (EC 30-39) oder gar dem Rispenschieben/Blüte (EC 59-61) kann eine weitere Stickstoffgabe die bestehenden Verluste nicht mehr kompensieren. Es wird deutlich, dass nur eine frühzeitige (frühe Blattstadien) und umfassende Begutachtung der Maisbestände zur Etablierung gesunder Pflanzen dient. Andernfalls mindert der frühe Nährstoffmangel das Ertragspotenzial und somit den ökonomischen Erfolg des Betriebs.

Wird die Düngung zu spät durchgeführt, sind weitere Möglichkeiten zum Erhalt hoher Erträge ausgeschlossen. Auch wenn keine Ertragsmaximierung realisiert werden kann, sind die daraus resultierenden Informationen und Kenntnisse eine wichtige Grundlage für die Optimierung des zukünftigen Düngemanagements. Langfristig können dadurch Mangelsituationen vermieden und die Erträge maximiert werden. Die folgenden Tipps können Ihnen bei der Verbesserung des Düngemanagements behilflich sein:

·       Überdenken Sie die Art des Stickstoffdüngers, den Sie anwenden. Abhängig vom Wetter, dem Bodentyp und dem Zeitpunkt der Anwendung sollte die Art des Düngers gewählt werden. Je nach Standortbedingungen und Verlustrisiko kann bspw. ein Wechsel von AHL zu Harnstoff sinnvoll sein.

·       Passen Sie den Anwendungszeitpunkt an. Je nach Wetterlage und Bodentyp ist auch in diesem Bereich eine Anpassung der Stickstoffanwendung in Betracht zu ziehen. Anhand dieser Faktoren muss der optimale Zeitpunkt evaluiert werden. Es ist wichtig, dass die maximale Stickstoffmenge in den kritischen Wachstumsphasen (während des Schossens und in der Blüte) für die Pflanze zur Verfügung steht.

·       Nutzen Sie einen Stickstoff-Stabilisator in Ihrer Dünger-Anwendung. Stickstoff-Stabilisatoren erhöhen die Speicherung des Stickstoffs in der Wurzelzone. So werden Verluste vermieden und die Bereitstellung des Stickstoffs in kritischen Wachstumsphasen sichergestellt. Die maximale Pflanzenaufnahme wird gewährleistet und sehr gute Wachstumsbedingungen geschaffen. Stickstoff-Stabilisatoren mit der Optinyte™ Technology wirken unter der Erde, um ein Auswaschen und Denitrifizieren von Stickstoff zu verhindern. Ihre Verwendung ist sowohl mit wasserfreiem Ammoniak als auch mit AHL, Harnstoff und Gülle möglich.

Ein ganzheitlicher Ansatz für das Nährstoffmanagement

Die Realisierung des maximalen Ertrags im Herbst hängt nicht nur von Stickstoff ab, sondern profitiert auch von einer ganzheitlichen Optimierung des Nährstoffmanagements. Dies beinhaltet die Sicherstellung ausreichend hoher Phosphor- (P) und Kalium- (K) Gehalte. Nur die gezielte Versorgung der Pflanze mit den genannten Nährstoffen unterstützt das Wachstum während der gesamten Saison und schützt die Effizienz der Stickstoffanwendungen incl. einem Stickstoff-Stabilisator. Denken Sie daran: Stickstoff bleibt der Grundnährstoff, der zur Maximierung des Maisertrags erforderlich ist.

Die Verfügbarkeit von Phosphor (P) und Kalium (K) ist abhängig von:

·       Den Reserven im Boden

·       Dem P- und K-Entzug vergangener Erntemengen (entzogene Gehalte)

·       pH-Wert des Bodens

Durch die gesamtkonzeptionelle Optimierung des Nährstoffmanagements und einer zeitlich abgestimmten Stickstoffanwendung berücksichtigen Sie die wichtigsten Grundlagen für ein maximales Ertragspotenzial auf Ihren Feldern.

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